Optimales Wasser für Kaffeemaschinen

5 Oktober 2018 alpen-men

Optimales Wasser für Kaffeemaschinen

Stellt Euch vor, Ihr würdet ein Essen kochen – und bei 99 % der Zutaten ist es Euch vollkommen egal, was für eine Qualität sie haben. Unvorstellbar, oder? Warum also sollte man beim Kaffee, der zu 99 % aus Wasser besteht, einfach jedes x-beliebige Wasser nehmen und damit möglicherweise den Kaffee verschandeln?
Die Qualität des Wassers, welches in der Kaffeemaschine landet, hat direkte, schmeckbare Auswirkungen auf das Endergebnis und warum das so ist, wollen wir heute für Euch etwas beleuchten.

Wie das Wasser den Geschmack beeinflusst

Auch wenn Deutschland eigentlich über sehr gutes Trinkwasser aus dem Hahn verfügt, so finden sich darin trotzdem unerwünschte Stoffe wie Kalzium, Karbonat oder Sulfate und neuerdings auch Kunststoffrückstände, die als Rückläufer aus Peeling-Zutaten in Duschgels das Wasser verunreinigen. Und je nachdem, wie viel sich von diesen Stoffen im Kaffeewasser finden, kann sich das auf den Geschmack des Kaffees – und auch die Gesundheit – auswirken. Und noch zudem sind sie es auch, die vielfach für die Bildung von Kalk verantwortlich zeichnen, der sich sowohl in der Kaffeemaschine als auch in Wasserkochern absetzen kann.

Gutes Kaffeewasser sollte über zwei Dinge verfügen: reichlich Mineralstoffe, die für die Entwicklung des Kaffeearomas benötigt werden sowie viel Sauerstoff, der die Aromen an das Wasser bindet und verhindert, dass sie „verfliegen“. Auch der „Härtegrad“ des Wassers ist etwas, was man immer wieder hört – doch was bedeutet das eigentlich?

Was für eine Bedeutung hat die Wasserhärte?

Der Härtegrad von Wasser hängt mit dem Gehalt an Kalzium- und Magnesiumverbindungen zusammen. Je mehr Verbindungen, desto härter (und dadurch kalkreicher) ist auch das Wasser. Wie hart das Wasser ist, hängt von den Bodenschichten im Trinkwassergewinnungsgebiet ab: Dort, wo der Boden reich an Gips, Kalk oder Dolomit ist, ist der Härtegrad dementsprechend natürlich höher. Die Wasserversorgungswerke jeder Stadt sind übrigens dazu verpflichtet, den Härtegrad der Region anzugeben – ein Blick auf die Internetseite kann hier Auskunft geben.

Hartes Wasser führt zu Ablagerungen in der Kaffeemaschine und auch zu einer Geschmacksverfälschung – aber, sieht man es rein von der gesundheitlichen Seite, finden sich in hartem Wasser auch mehr wichtige Mineralien wie Kalzium und Magnesium.

Damit der Kaffee seinen vollen Geschmack entfalten kann, sollte das Wasser über einen ph-Gehalt (Säuregehalt) von 6,5 bis 7,5 und eine Härte von 8°d verfügen. 8 -12°d sind einigermaßen gängig in Deutschland, für den genauen Härtegrad sollte man sich an seine Wasserwerke wenden oder aber auf die Wasserabrechnung des vergangenen Jahres schauen, denn dort ist der Wert in den meisten Fällen hinterlegt.

Weiches Wasser kann den Geschmack des Kaffees hingegen umgekehrt beeinflussen: Während hartes Wasser zu wenige Inhaltsstoffe aus dem Kaffeemehl zum Ausdruck bringen lässt, verhilft das weiche und somit saure Wasser den Inhaltsstoffen zu verstärkter Auslösung und einer geschmacklichen Dominanz. Das Ergebnis ist ein sehr säureintensiver und bitterer Kaffee, der ebenso wie die fade Variante aus dem harten Kaffeewasser wenig geeignet ist, den Gaumen des Kaffeefreundes zu umschmeicheln.

Wasserfilter als Alternative?

Ist das Wasser etwas härter (bis ca. 15°dH) als der empfohlene Härtegrad kann ein Filterpad (ECM; BWT oder Brita) im Wassertank installiert werden. Dieser Beutel verbessert den Kaffeegeschmack, in dem Kalk und unerwünschte Partikel (z.B. Chlor) gebunden werden. Für Tankmaschinen wird ein stärkerer Filter (Durchlauffilter) ab einer Wasserhärte von 16°dH dringend empfohlen! Dieser wird direkt an den Ansaugstutzen der Kaffeemaschine gesteckt und filtert damit zuverlässig das Wasser. Zu beachten ist allerdings, dass alle Filterformen regelmäßig ausgetauscht werden müssen, da auch diese nach gewisser Zeit verkalken. In der Regel wird die maximale Filterleistung in der Gebrauchsanweisung des Wasserfilters angegeben (je nach vorliegender Wasserhärte).

Fazit

  • Gutes Kaffeewasser fördert den Genuss des aromatischen Heißgetränkes. Zur Auswahl steht dem Genießer dabei neben dem Leitungswasser auch Mineralwasser, während destilliertes Wasser eher ungeeignet ist;
  • Zu hartes oder zu weiches Wasser kann den Geschmack jedoch trüben, da die Inhaltsstoffe bei einem suboptimalen Mineralverhältnis zu schwach oder zu stark aus dem Kaffeemehl in das Getränk übergehen. Für den Ausgleich von Defiziten im Mineraliengehalt können Wasserfilter bei der Aufbereitung eine einfache und im Alltag praktikable Lösung sein;
  • Gutes Kaffeewasser enthält begrenzt Mineralien und hat einen hohen Sauerstoffgehalt;
  • Abgestandenes und destilliertes Wasser nimmt dem Kaffee das Aroma;
  • Wasserfilter gleichen Defizite aus.
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